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Donnerstag, 18. Februar 2010

Bundeskanzler a. D. Dr. Helmut Kohl bekommt Preis für Lebenswerk - heute.de Nachrichten

Kohl bekommt Preis für Lebenswerk - heute.de Nachrichten

Anerkennung für Dr. Helmut Kohls Lebenswerk:

Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl bekommt den "Roland Berger Preis für Menschenwürde 2010".

Vor allem seine Verdienste um die deutsche Wiedervereinigung sowie die Integration der EU und NATO werden damit gewürdigt, so die Roland-Berger-Stiftung.

Rede von Prof. Dr. h.c. Horst Teltschik zur Verleihung des "Roland Berger Preises für Menschenwürde 2010" an Bundeskanzler a. D. Dr. Helmut Kohl

Roland Berger Stiftung - Pressemitteilungen

Diese Rede von Prof. Dr. hc. Horst Teltschik zur Verleihung des "Roland Berger Preis für Menschenwürde 2010" an Bundeskanzler a. D. Dr. Helmut Kohl finden Sie im Pressebereich der Roland Berger Stiftung als PDF-Datei (Dokumentenlink im roten Feld einfach anklicken).

Erklärung von Prof. Dr. h.c. Horst Teltschik zur Verleihung des „Roland Berger Preises für Menschenwürde 2010" an Bundeskanzler a.D. Dr. Helmut Kohl

Berlin, 18. Februar 2010

In der Entschließung des Europäischen Rates vom 11. Dezember 1998, kurz vor der Einführung der gemeinsamen europäischen Währung, erklärten die in Wien versammelten 17 europäischen Staats- und Regierungschefs und der Präsident der Europäischen Kommission, „dass der Lauf der Geschichte durch das engagierte Wirken einzelner Menschen oft entscheidend gestaltet werden kann“. Dies gelte „in besonderem Maße für Dr. Helmut Kohl und sein Wirken als
Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland in den letzten 16 Jahren“.

Mitunterzeichner waren Bundeskanzler Gerhard Schröder, Premierminister Tony Blair, Ministerpräsident Wim Kok und Bundeskanzler Viktor Klima. Sie alle waren erklärte Sozialdemokraten. Gemeinsam beschlossen sie, Bundeskanzler Helmut Kohl den Titel „Ehrenbürger Europas“ zu verleihen. Mit der Verleihung dieses Ehrentitels würdigten die Staats- und Regierungschefs ausdrücklich die Persönlichkeit Helmut Kohls sowie seine politischen Leistungen für die europäische Integration und die in diesem Rahmen erreichte Wiedervereinigung Deutschlands.

Im prägenden Alter von 14 und 15 Jahren hat Helmut Kohl die schrecklichen Folgen der menschenverachtenden Politik Hitlers persönlich erfahren müssen. Er erlebte die Bombardierung seiner Heimatstadt Ludwigshafen und als Flakhelfer die von Berchtesgaden. Sein Bruder fiel im Krieg. Erzogen in einem christlichen Elternhaus, das den Nationalsozialismus ablehnte, hat er sich unmittelbar nach dem Krieg bereits als Schüler politisch engagiert. Die Summe dieser Erfahrungen prägten seine „früh gewonnenen Grundüberzeugungen“, an denen er „stets unerschütterlich und glaubwürdig“ festgehalten hat.

Aufgrund seiner christlichen Erziehung fühlte er sich stets einer Politik aus christlicher Verantwortung verpflichtet. Daraus haben sich für ihn Menschenwürde und Menschenrechte immer abgeleitet. Soziale Gerechtigkeit und Solidarität mit den Schwachen waren für ihn selbstverständlich. Die Politik der Sozial- und Arbeitsminister Dr. Heiner Geißler und Norbert Blüm über fast zwei Jahrzehnte unter seiner Führung zeugen dafür (auch wenn sie es heute nicht mehr wahr haben wollen).

Doch Helmut Kohl trat mit gleichem Engagement für die Freiheitsrechte aller Bürger ein. Für ihn war die CDU immer auch eine liberale Partei. Sein Referenzpunkt war das Hambacher Fest von 1832, der Aufbruch der deutschen Demokraten, Arm in Arm mit Demokraten aus Frankreich und Polen. Die enge Freundschaft zwischen Deutschland, Frankreich und Polen blieb ein Herzensanliegen Helmut Kohls bis zum Ende seiner Amtszeit. Er erinnerte an das Fanal, das von Hambach ausging, als er im Mai 1985 Präsident Ronald Reagan einlud, eine Rede an die Jugend Europas zu richten.

Die Freiheitsrechte mussten für Helmut Kohl für alle Deutschen erreicht werden. Er hat an dem Ziel der deutschen Einheit und an der Verpflichtung aus der Präambel des Grundgesetzes, „in freier Selbstbestimmung die Einheit und Freiheit Deutschlands zu vollenden“, immer festgehalten. Er hat dieses Ziel in allen Gesprächen mit den Generalsekretären der KPdSU von Leonid Breschnew bis Michail Gorbatschow angesprochen. Er hat auch von keinem je die Antwort erhalten, dass dieses Thema endgültig erledigt sei.

Als Bundeskanzler war Helmut Kohl bereit, hohe Preise (Besuch Honeckers im September 1987 in Bonn) zu bezahlen, um das Zusammengehörigkeitsgefühl der Deutschen über ein breites Netz bilateraler Vereinbarungen zwischen beiden Staaten zu stärken, Reiseerleichterungen zu erreichen, Menschen frei zu kaufen. Er war aber niemals bereit, auf das Ziel der Einheit zu verzichten, die DDR-Staatsbürgerschaft anzuerkennen oder Menschenrechtsverletzungen zu übersehen.

Freiheit und Menschenrechte waren für Helmut Kohl selbstverständlicher Teil seiner Gespräche nicht nur in allen Warschauer-Pakt-Staaten sondern auch in China oder in anderen autoritären Staaten, nicht propagandistisch und lautsprecherisch sondern in der Regel in den persönlichen Gesprächen. So gelang es, Tausende von Rumäniendeutschen frei zu kaufen, Inhaftierte in China frei zu bekommen oder mit Ungarn den ersten Vertrag über die deutsche Minderheit abzuschließen. Jede Öffentlichkeit hätte das Ende dieser Bemühungen bedeutet.

Ausgehend von seinen Erfahrungen am Ende des II. Weltkrieges gehörte es zur Grundüberzeugung von Helmut Kohl, dass die Freundschaft mit Frankreich und die Integration des freiheitlichen Europas Voraussetzung für einen dauerhaften Frieden in Europa sind. Bezugspunkt war für ihn stets die Rede von Winston Churchill, der in seiner Züricher Rede vom 19. September 1946 erstmals von den „Vereinigten Staaten von Europa“ gesprochen hatte. Aufgewachsen an der deutsch-französischen Grenze hatte er schon als Jugendlicher Zollschranken an der gemeinsamen Grenze niedergerissen.

Überwältigend ist die Liste seiner Erfolge, die er als Bundeskanzler in den bilateralen Beziehungen mit Frankreich und gemeinsam mit Präsident Mitterand und dem französischen EU-Präsidenten Jacques Delors für die europäische Integration erreicht hat. Als EG-Präsident gelang es ihm 1983 auf dem Gipfel in Stuttgart, die Gemeinschaft aus einer gefährlichen Krise zu führen. Die Finanzierung der EG wurde neu geregelt, die Agrarausgaben eingedämmt und der Beitritt Spaniens und Portugals eingeleitet. Mitte der achtziger Jahre begann er mit Mitterand die ersten Gespräche über eine Wirtschafts- und Währungsunion. 1985 wurde das Schengener Abkommen vereinbart. 1986 traten Spanien und Portugal der EG bei. 1988 wurde auf dem Gipfel in Hannover der Binnenmarkt beschlossen und unter Vorsitz von Delors eine Arbeitsgruppe zur Erarbeitung von Vorschlägen für eine Wirtschafts- und Währungsunion eingesetzt. Im April 1990 beschloss die EG auf ihrem Gipfel in Dublin eine deutsch-französische Initiative für eine Politische Union. Im Februar 1992 wurde der Maastrichter Vertrag über die Europäische Union unterzeichnet und die Einführung einer gemeinsamen Währung beschlossen. Im Juni 1997 trat der Vertrag von Amsterdam hinzu, der ein weiterer Schritt zur Integration bedeutete. In den 90er Jahren schritt gleichzeitig die Erweiterung der EU voran. Die Einführung des EURO 1999 als Buchgeld und 2002 als Bargeld wäre ohne Helmut Kohl nicht möglich geworden. Er wollte damit die europäische Integration unumkehrbar machen.

Parallel intensivierte Helmut Kohl die bilateralen Beziehungen zu Frankreich. 1987 wurde der deutsch-französische Verteidigungs- und Sicherheitsrat gegründet. Eine deutsch-französische Brigade folgte. 1988 kam ein deutsch-französischer Finanz- und Wirtschaftsrat hinzu. Welch eine Erfolgsbilanz von Helmut Kohl. Er wusste seit Konrad Adenauer, als dessen Enkel er sich verstand, dass die Einbindung des freien Teils Deutschland in die Atlantische Allianz und in die Europäische Gemeinschaft die Voraussetzung und der Rahmen für die Wiedervereinigung Deutschlands waren. Für ihn waren das die zwei Seiten einer Medaille. Sie waren für ihn auch die Basis für eine offensive Deutschland- und Ostpolitik und die beste Vertrauensbasis, im November 1989 das Ziel der deutschen Einheit konkret anzustreben.

Für Helmut Kohl war es deshalb selbstverständlich, auf der Grundlage der bestehenden bilateralen Ostverträge und der internationalen Vereinbarungen wie der KSZE-Schlussakte eine aktive Ostpolitik zu betreiben und vor allem die Reformbestrebungen in Polen, Ungarn und nicht zuletzt in der UdSSR zu unterstützen. Seit Mitte der 80er Jahre gab es fortlaufend enge vertrauliche Gespräche mit der ungarischen Führung. Die Öffnung der ungarischen Grenze für Zehntausende DDR-Flüchtlinge im September 1989 brach den ersten Stein aus der Mauer. 1988 hatten Verhandlungen mit der polnischen Führung begonnen. Am 14. November 1989 unterzeichneten Helmut Kohl und Tadeusz Mazowiecki, der erste demokratisch gewählte polnische Ministerpräsident, eine Gemeinsame Erklärung in Warschau, die die deutsch-polnischen Beziehungen auf eine neue Grundlage stellten.

Im November 1988 erreichte Helmut Kohl in seinen Gesprächen mit Generalsekretär Michail Gorbatschow in Moskau einen Neubeginn in den deutsch-sowjetischen Beziehungen. Sie mündeten in eine Gemeinsame Erklärung, die von beiden im Juni 1989 in Bonn unterzeichnet wurde. Darin hatte die sowjetische Führung sich erstmals zum Selbstbestimmungsrecht der Völker bekannt. Helmut Kohl sagte Gorbatschow Hilfe für seine Reformpolitik zu, die dieser 1990 vielfältig in Anspruch nahm.

Als sich am 9. November 1989 die Mauer öffnete, reagierte Helmut Kohl mit großer Besonnenheit. Sein Ziel und das aller seiner internationalen Partner war es, die dramatischen und durchaus gefährlichen Entwicklungen unter politischer Kontrolle zu halten und die Lage zu stabilisieren. Die zunehmenden Massendemonstrationen in der DDR und die steigenden Ausreisezahlen wiesen aber zunehmend nur auf ein Ziel hin, das der Einheit.

Mit seiner bekannten Zehn-Punkte-Rede nahm der Bundeskanzler diese Botschaft entschlossen auf. Wie Helmut Schmidt in seinem Buch „Außer Dienst“ schreibt, habe Helmut Kohl die „Chance zur deutschen Vereinigung“ erkannt und „beschloss sie zu nutzen“. Und am 31. Dezember 2009 dankte Helmut Schmidt „im Namen aller Deutschen“, dass Helmut Kohl „mit seinem Zehn-Punkte-Plan den Weg der deutschen Einheit eingeleitet hat“ (BILD, 31.10.09).

In seiner Rede hat Helmut Kohl die deutsche Einigung unmissverständlich in den Zusammenhang mit dem europäischen Einigungsprozess gestellt.

Wer die Bilder der DDR-Flüchtlinge im Deutschen Fernsehen gesehen hat, wird sich an die Worte der vielen erinnern, die auf die Frage nach ihren Gefühlen nur zwei Worte sagten: „Endlich frei, endlich frei…“. Am Ende waren alle 17 Millionen Ostdeutsche frei. Viele haben dazu beigetragen, einer hat es vor allem gestaltet: Helmut Kohl.

Seine achtzehn Kollegen schließen deshalb die Würdigung des Bundeskanzlers als Ehrenbürger Europas mit den Worten ab:

Mit seinen Eigenschaften der Verlässlichkeit, der Ehrlichkeit, der Beharrlichkeit, der Herzlichkeit und des Einfühlungsvermögens ist Dr. Helmut Kohl uns, seinen Kollegen, auch ein Beispiel eines erfolgreichen und doch menschlich gebliebenen Politikers geworden. Nicht zuletzt in diesen Wesenszügen liegt das Geheimnis seiner großen Leistungen für Europa und die europäische Integration.

Die Gestaltung der deutschen Einheit und die Festigung der europäischen Einigung bis hin zur Wirtschafts- und Währungsunion sind Dr. Helmut Kohls Lebenswerk“.

Dem ist nichts hinzuzufügen. Helmut Kohl hat den "Roland Berger Preis für Menschenwürde 2010" verdient.

Ich gratuliere ihm dazu sehr herzlich.

Roland Berger Stiftung - Helmut Kohl erhält den mit 1 Mio. Euro dotierten "Roland Berger Preis für Menschenwürde 2010"

Roland Berger Stiftung - Helmut Kohl erhält den mit 1 Mio. Euro dotierten "Roland Berger Preis für Menschenwürde 2010"

"Für seine einmalige historische und staatsmännische Leistung für die Durchsetzung von Menschenwürde und Menschenrechte für die Bürger Ostdeutschlands, aber auch weite Teile Osteuropas erhält Dr. Helmut Kohl den Roland Berger Preis für Menschenwürde 2010", sagte der Stifter und Vorsitzende des Kuratoriums der Roland Berger Stiftung, Prof. Dr. h.c. Roland Berger heute auf einer Pressekonferenz im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin.

Bundespräsident Horst Köhler wird den mit 1 Millionen Euro dotierte renommierten "Roland Berger Preis für Menschenwürde 2010"am Abend des 26. April 2010 bei einem Festakt in Berlin dem Bundeskanzler a. D. , Dr. Helmut Kohl, überreichen.

Helmut Kohl erhält diese hohe Auszeichnung "für sein historisches politisches Lebenswerk, das in der Vertiefung der europäischen Integration und in der Wiedervereinigung Deutschlands sowie dessen Eingliederung in das vereinigte Europa und das westliche Bündnissystem seinen Höhepunkt gefunden hat. Helmut Kohl vollendete die deutsche Einheit, als sich die historische Chance dazu bot. Damit wurde für die fast 17 Mio. deutschen Bürger des ehemaligen Unrechtsstaates DDR ein Leben in Freiheit und Menschenwürde Wirklichkeit. Auch sie stehen seither unter dem Schutz von Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes: 'Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt'."So die Begründung des Preisvergabekomitees der Roland Berger Stiftung.

Dem Preisvergabekomitee gehören neben dem Stifter selbst an: Der Ex-UNO-Generalsekretär Kofi Annan, die beiden Nobelpreisträger Frau Dr. Shirin Ebadi und Prof. Muhammad Yunus, die Ärztin und Schauspielerin Dr. Maria Furtwängler, der ehemalige deutsche Außenminister und Vizekanzler Dr. h.c. Joschka Fischer, Staatssekretär a. D. Dr. Gert Haller, bis 2009 Chef des Bundespräsidialamtes.

Den promovierten Historiker Helmut Kohl, der am 3. April 2010 seinen 80. Geburtstag feiern wird, prägt seit jeher die tiefe Überzeugung, dass die Einheit Deutschlands eine europäische Integration erst bedingt. Das Unrechtsregime in einem Teil Deutschlands, in dem staatliche Willkür und systematische Unterdrückung zum Alltag gehörten, widersprach Kohls christlichem, freiheitlichem und demokratischem Grundverständnis zutiefst. Menschenrechte und Menschenwürde zu fördern und der Wille, Deutschland als verlässlichen Bündnispartner in der NATO und Europäischen Gemeinschaft zu verankern, begründet sein politisches Handeln. Letztlich hat die Vision eines einigen Europas den Kanzler der Einheit nach dem Mauerfall auch auf seinem Weg zur Vollendung der Einheit Deutschlands angetrieben: "Das einstimmige Votum des Preisvergabekomitees würdigt im 20. Jahr der deutschen Einheit auch die Leistung eines großen Europäers", sagte Roland Berger.

Der Politikwissenschaftler Prof. Werner Weidenfeld dazu: "Die welthistorische Umwälzung des Jahres 1989/90 hat viele Väter: Die Solidarnosz-Bewegung Polens als Stachel im kommunistischen Fleisch seit 1980; Michael Gorbatschows Reformen im Zeichen von Offenheit (Glasnost) und Umbau (Perestroika), die 1987 im sowjetischen Verzicht auf das Monopol der Wahrheit und damit konsequenterweise der Macht gipfelten; Ungarns Öffnung des Eisernen Vorhangs zu Österreich im Frühjahr 1989, der vielen DDR-Bürgern den Weg in die Freiheit ebnete; schließlich die Menschen der DDR, die im Herbst 1989 mutig und entschlossen die menschenverachtende Mauer zwischen Ost und West zum Einsturz brachten und das SED-Regime in die Knie zwangen. Helmut Kohl jedoch erkannte als erster Politiker die Größe und Chance dieses historischen Augenblicks.

Um sinnloses Blutvergießen zu vermeiden, setzte er nach dem Mauerfall zunächst auf die Vermeidung eines anarchistischen Chaos. Noch war unabsehbar, wie die Ost-Berliner Staatsführung, aber auch wie Moskau reagieren würde. Gleichzeitig wagte er mit seinem Zehn-Punkte-Plan vom 28. November 1989 als erster Politiker, die deutsche Einheit nicht nur zu erhoffen und zu erträumen, sondern ihre Verwirklichung auch praktisch, operativ in Angriff zu nehmen. Die Reaktion der Ostdeutschen auf seinen Besuch in Dresden am 19. Dezember 1989 überwältigte Helmut Kohl. Die Chöre 'Wir sind das Volk' und 'Wir sind ein Volk' bestätigten ihn. Ab jetzt agierte er strategisch zielgenau, handfest und praktisch auf die deutsche Einheit hin; eine Einheit, die keine Ängste vor einem neuen großen Deutschland schüren, sondern Deutschlands historische Verantwortung für eine friedliche und demokratische Welt zementieren sollte. Der 'Zwei-plus-Vier'-Prozess zur deutschen Einheit konnte auch deswegen erfolgreich geführt werden, weil das Deutschland Helmut Kohls internationales Vertrauen genoss. Der signalisierte Wille zur Vertiefung der europäischen Einheit, der Verzicht auf atomare, chemische und biologische Waffen und die Reduzierung der deutschen Streitkräfte waren Beleg der deutschen Verlässlichkeit.

Die Eigenerfahrungen in Kriegs- und Nachkriegszeit haben Helmut Kohl den Wert von Menschenwürde, Freiheit und Demokratie gelehrt. Und so war der 3. Oktober 1990 für ihn die Erfüllung nicht nur seines politischen Lebens. 'Für mich ist dieser Augenblick einer der glücklichsten in meinem Leben'.

Die Einheit stellt ein nationales Ereignis von weltpolitischer Bedeutung dar. Mit der Wiedervereinigung Deutschlands war auch das Ende von Fremdherrschaft und Unterdrückung in den ehemaligen sowjetischen Satellitenstaaten unumkehrbar geworden. Das Ende des Ost-West-Konfliktes markierte den Beginn einer freiheitlicheren Welt. Bundeskanzler Helmut Kohl trug entscheidend dazu bei, dass die Menschen im Osten Deutschlands und Europas ihre Würde in Freiheit zurückerlangt haben." Soweit Werner Weidenfeld.

"Für diese einmalige historische und staatsmännische Leistung für die Durchsetzung von Menschenwürde und Menschenrechten für die Bürger Ostdeutschlands, aber auch weite Teile Osteuropas erhält Helmut Kohl den Roland Berger Preis für Menschenwürde 2010", so Roland Berger. Helmut Kohl wird das Preisgeld in voller Höhe im Sinne der Satzung und der Preisvergaberichtlinien der Roland Berger Stiftung zur Förderung von Menschenwürde und Menschenrechten einsetzen. Seine konkreten Pläne dazu wird Helmut Kohl bei der Preisverleihung am 26. April verkünden.

Der Roland Berger Preis für Menschenwürde wird 2010 zum dritten Mal vergeben. Er ehrt natürliche oder juristische Personen, die sich vorbildlich und erfolgreich um die Achtung, Förderung und den Schutz von Menschenwürde und Menschenrechten verdient gemacht haben und dies auch künftig tun werden. Preisträger der letzten Jahre waren die Kambodschanerin Somaly Mam, die sich gegen die sexuelle Versklavung von Kindern und jungen Frauen vor allem in Asien einsetzt. Die internationale Organisation "Reporter ohne Grenzen", weltweit engagiert für die Pressefreiheit und sie hochhaltende Journalisten und Medien, sowie die iranische Menschenrechtsaktivistin und Nobelpreisträgerin Dr. Shirin Ebadi sind weitere Preisträger. Die Roland Berger Stiftung ist eine rechtsfähige öffentliche Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in München.

Die Roland Berger Stiftung wurde von Prof. Dr. h.c. Roland Berger am 27. März 2008 gegründet.

Die Roland Berger Stiftung ist mit einem Stiftungskapital von zunächst 50 Millionen Euro aus dem persönlichen Vermögen des Stifters dotiert und wird von einem Vorstand und einem Kuratorium geleitet.

Der Stiftungszweck widmet sich der Würde des Menschen: Zum einen wird jährlich der mit 1 Mio. Euro dotierte "Roland Berger Preis für Menschenwürde" verliehen, um Achtung, Förderung und Schutz der Menschenwürde und Menschenrechte weltweit zu befördern. Zum anderen zielen die Aktivitäten der Bildungsförderung darauf, begabten und engagierten jungen Menschen aus sozial benachteiligten Schichten durch hochwertige Ausbildung ein selbstbestimmtes Leben in Würde zu ermöglichen.

Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl wird das Preisgeld in Höhe von 1. Millionen Euro in voller Höhe im Sinne der Satzung und der Preisvergaberichtlinien der Roland Berger Stiftung zur Förderung von Menschenwürde und Menschenrechten einsetzen.

Seine konkreten Pläne zur Verwendung des Preisgeldes wird der Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl bei der Preisverleihung am 26. April 2010 verkünden und bekannt geben.

Weitere Informationen unter: www.rolandbergerstiftung.org

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Claudia Piatzer
Roland Berger Stiftung
Mies-van-der-Rohe-Str. 6
80807 München
Tel.: +49 (89) 9230-9502
E-Mail: claudia.piatzer@org.rolandberger.com