Dienstag, 10. August 2010

Hochwasserwelle rollt durch Brandenburg | tagesschau.de

Das Hochwasser fließt weiter Richtung Brandenburg. In den Landkreisen Spree-Neiße und der Stadt Cottbus wurde mittlerweile Katastrophenalarm ausgelöst. Die Situation sei höchst angespannt, warnte Ministerpräsident Matthias Platzeck. Er kündigte an, dass vorsorglich die ersten Ortschaften evakuiert werden. Betroffen sind die Einwohner von Klein Bademeusel, Pusack und Bahren.

An der Oder, in die die Neiße mündet, steigen die Pegel auch weiter an. "Große Sorge bereitet uns auch die Spree", erklärte der Präsident des Landesumweltamt Brandenburg, Matthias Freude.

Mehr zum Hochwasser in Brandenburg lesen Sie beim rbb.

Höchststand blieb unter der Rekordmarke

Das Schloss im Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau ist von Hochwasser umgeben (Foto: dpa) Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Auch das Schloss im Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau ist von Hochwasser umgeben. ]

Eine vorsichtige Entspannung deutet sich dagegen im sächsischen Bad Muskau an. Dort ist der berühmte Fürst-Pückler-Park überflutet. Das Schloss in dem zum UNESCO-Welterbe zählenden Park ist mit Sandsäcken gesichert. Auch Teile der Stadt stehen unter Wasser. Allerdings fiel das Hochwasser weniger stark aus als zeitweise befürchtet. Der Höchststand lag deutlich unter der Hochwassermarke von 1981.

Südlich von Bad Muskau brach ein maroder Deich, einige Dörfer in der Nähe wurden überschwemmt. Die Dörfer waren zuvor evakuiert worden. In Zittau und Görlitz entspannte sich die Lage dagegen weiter. Wie das Landeshochwasserzentrum mitteilte, gingen die Pegelstände zurück. In etlichen Orten des Landkreises Görlitz wurde mittlerweile auch der Katastrophenalarm aufgehoben. Ab Dienstag sollen die Schulen, Kindertagesstätten und Horte in Görlitz mit zwei Ausnahmen wieder ihren normalen Betrieb aufnehmen.

100 Millionen Euro Soforthilfe

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich kündigte an, ein Darlehensprogramm in Höhe von 100 Millionen Euro bereitzustellen. Bereits am Dienstag werde das Kabinett das Programm beschließen. Das Angebot richte sich an Privatleute und Unternehmen, die entweder keine Flutschäden-Versicherung haben oder zu lange auf ihr Geld warten müssten.

Mehr zum Hochwasser in Sachsen lesen Sie beim mdr.

Bundesregierung stellt Hilfe in Aussicht

Bundesinnenminister Thomas de Maizière stellte den Opfern des verheerenden Hochwassers in Sachsen Hilfe in Aussicht. Zunächst gehe es darum, den Schaden aufzunehmen, sagte der CDU-Minister bei einem Besuch des besonders schwer betroffenen Schienenfahrzeugherstellers Bombardier in Bautzen. Dort hatte die Spree das Werksgelände überflutet.

Aufräumen in Polen

In Polen sind nach dem Hochwasser die Aufräumarbeiten angelaufen. Die Wasserstände gingen weiter zurück. Die Behörden stellten zehn Millionen Euro als Hilfe für die Flutopfer zur Verfügung. Dramatisch blieb die Lage in der Stadt Bogatynia an der Grenze zu Sachsen. Weil die meisten Straßen dort zerstört wurden, können Hilfsgüter nur von Deutschland aus transportiert werden. Der stellvertretende Bürgermeister Jerzy Stachyra bat um Lebensmittel und Trinkwasser für die 18.000 Einwohner. In der Gemeinde sind immer noch rund 1200 Haushalte ohne Strom.

Karte: Hochwasser Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: ]

Die Staatsanwaltschaft begann mit der Untersuchung der Umstände des Dammbruchs am Witka-Stausee in Niedow. Durch den Riss waren am Samstagabend fünf Millionen Kubikmeter Wasser ausgeflossen.

Quelle und Originalbeitrag: ARD tagesschau.de

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