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Montag, 16. April 2012

Deutscher Bundestag: Lammert gratuliert Papst Benedikt zum 85. Geburtstag



Bundestagspräsident Norbert Lammert hat Papst Benedikt XVI. zum 85. Geburtstag seine herzlichen Glückwünsche übermittelt.

In seiner Gratulation würdigt Lammert sowohl das Wirken des Papstes als Wissenschaftler, Priester, Konzilstheologe, Bischof und Kardinal sowie seinen Einfluß als Papst heute.

Als Oberhaupt der katholischen Kirche vermag er dem säkularisierten Westen den Glauben in die Zeit zu tragen und den christlichen Geist für Europas Kultur und soziales Engagement wirksam werden zu lassen.

Montag, 4. Juli 2011

Papst Benedikt XVI. spricht "Das Wort zum Sonntag" am 17. September 2011

Papst Benedikt XVI. spricht "Das Wort zum Sonntag" am 17. September 2011

Unmittelbar vor seiner Deutschlandreise wird Papst Benedikt XVI. "Das Wort zum Sonntag" sprechen. Am Samstag, dem 17. September 2011, um 22.55 Uhr nutzt das katholische Kirchenoberhaupt den traditionsreichen Sendeplatz im Ersten, um einige geistliche Worte an die Fernsehzuschauer zu richten. Es ist das zweite Mal (nach Johannes Paul II. am 25. April 1987), dass ein Papst "Das Wort zum Sonntag" spricht. Die Sendung wird kurz vor dem Sendedatum vom Vatikanischen Fernsehzentrum aufgezeichnet.

Volker Herres, Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen: „Wir freuen uns, dass Papst Benedikt XVI. sich kurz vor seinem Deutschlandbesuch in einer der traditionsreichsten Sendungen des Deutschen Fernsehens an uns richten wird, um sein 'Wort zum Sonntag' zu sprechen. Diese Geste des Papstes zeigt, wie wichtig und anerkannt dieses besondere Sendeformat im Ersten ist."

Robert Zollitsch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz: „Ich bin der ARD dankbar für diese besondere Möglichkeit, 'Das Wort zum Sonntag' durch den Papst sprechen zu lassen. Das ist sicherlich ungewöhnlich, für uns in Deutschland aber eine gute Vorbereitung auf den Besuch des Heiligen Vaters. Ich freue mich, dass Benedikt XVI. so - wenigstens für ein Mal - in den Kreis der Wort-zum-Sonntag-Sprecher kommt."

Donnerstag, 18. März 2010

Missbrauchsskandal: Hirtenbrief von Papst Benedikt XVI. (Papst-Brief) wird am Samstag, den 20. März 2010, veröffentlicht

Rom/ Köln : Die katholische Kirche in Deutschland rechnet mit strengen Vorgaben von Papst Benedikt XVI. zum Missbrauchsskandal.

Morgen wird der Hirtenbrief von Benedikt XVI. unterzeichnet und laut Vatikan am Samstag , den 20. März 2010, veröffentlicht.

Der Hirtenbrief von Papst Benedikt XVI. ist an die irischen Bischöfe gerichtet, soll aber auch Konsequenzen aus den vielen Missbrauchsfällen in Deutschland ziehen.

Die Bischöfe in Bayern fordern jetzt eine generelle juristische Meldepflicht bei jedem Verdacht auf sexuellen Missbrauch Minderjähriger in der Kirche.

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser- Schnarrenberger begrüßte den Vorstoß der bayerischen Bischöfe, die im oberfränkischen Vierzehnheiligen tagten.

Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Zollitsch, werden am 15. April 2010 in Berlin in den Räumen des Bundesjustizministeriums zu einem Gespräch zusammen treffen.



Dienstag, 16. März 2010

Buchinformation: "Vatikan AG" von Gianluigi Nuzzi

Buchinformation: "Vatikan AG" von Gianluigi Nuzzi

Kurzinformation zum Buch von Gianluigi Nuzzi "VATIKAN AG" Aus dem Italienischen übersetzt von Dr. Friederike Hausmann, Petra Kaiser, Rita Seuß

Erscheinungstermin: 26. März 2010

Skrupellose Finanzoperationen, getarnt als Werke der Wohltätigkeit unter dem Deckmantel karitativer Stiftungen.

Die unerhörte Geschichte des Buchs "Vatikan AG" stützt sich auf ein umfangreiches Geheimarchiv, das in der Schweiz lagerte und hier erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Viertausend geheime Dokumente des Heiligen Stuhls – Briefe, vertrauliche Mitteilungen, Aktennotizen, Protokolle, Kontoauszüge und Buchungsbelege – gewähren einen Blick hinter die Kulissen des vatikanischen Finanzsystems.

Die Dokumente stammen aus dem Nachlass Monsignor Renato Dardozzis (1922–2003), bis Ende der neunziger Jahre einer der wichtigsten Mitarbeiter des IOR („Institut für die Werke der Religion“), wie die Vatikanbank offiziell heißt.

Ende der achtziger Jahre schien mit dem Crash der Ambrosiano-Bank, der rätselhaften Ermordung Roberto Calvis und Michele Sindonas und dem Rückzug von Erzbischof Marcinkus aus der Leitung des IOR der Schlussstrich unter ein unrühmliches Kapitel der Vatikanbank gezogen.

Aber dann – so beweisen die Dokumente aus Dardozzis Archiv – begann alles wieder von vorn. Seit 1992 entstand ein neues, noch raffinierteres System mit Nummernkonten, über die hunderte Milliarden Lire verschoben wurden.

Architekt dieses Netzwerks war Prälat Donato de Bonis, der neue Chef der Vatikanbank. Er legte Konten auf den Namen von Bankiers, Unternehmern und Spitzenpolitikern an, unter ihnen „Omissis“, der Codena-me Giulio Andreottis.

Auf diese Konten wurden Erlöse aus Staatspapieren eingezahlt, um schmutziges Geld zu waschen. Auch in den Mega-Korruptionsskandal Enimont war die Vatikanbank verwickelt.

Sogar Gelder gläubiger Katholiken, die für heilige Messen bestimmt waren, wurden mit geschickten Manövern auf persönliche Konten transferiert.

Das IOR funktionierte wie eine Bank innerhalb der Bank, eine gigantische Geldwaschanlage mitten in Rom, die von der Mafia genutzt und skrupellos für politische Machenschaften eingesetzt wurde. Ein Steuerparadies, das allein der Gesetzgebung des Vatikans unterworfen war. Und das alles im Namen Gottes.

Gianluigi Nuzzi arbeitet als investigativer Journalist bei der italienischen Zeitschrift „Panorama“, zuvor war er für die Tageszeitungen „Corriere della Sera“ und „Il Giornale“ tätig. Seit 1994 verfolgt er die Polit- und Finanzskandale Italiens. Im Frühjahr 2008 erhielt er Zugang zum Geheimarchiv Monsignor Dardozzis.

Buch "Vatikan AG"
Ecowin Verlag
Seiten 336
Format 15 x 21,5, gebunden mit Schutzumschlag
Preis EUR 22,50 (D/A), CHF 39,80*
ISBN 978-3-902404-89-3
(*CHF-Preise sind unverbindliche Preisempfehlungen des Verlags)



Sonntag, 7. März 2010

Enzyklika "Caritas in veritate" - Benedikt XVI.

Enzyklika "Caritas in veritate" - Benedikt XVI.

Hier finden Sie die Sozialenzyklika "Caritas in veritate" von Papst Benedikt XVI.

In diese Sozialenzyklika "Caritas in veritate" fordert Papst Benedikt XVI. angesichts der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise dass die "Regeln der Gerechtigkeit von Anfang an beachtet werden, während der wirtschaftlichen Prozess in Gang ist, und nicht erst danach oder parallel dazu"

Papst Benedikt XVI. hat mit dieser "Caritas in veritate" eine Diskussion um die Neuordnung der wirtschaftlichen und politischen Verantwortung in der Welt angestoßen und die Soziallehre der katholischen Kirche offensiv in den pluarlistischen gesellschaftlichen Diskurs eingebracht.

Sonntag, 21. Februar 2010

Papst-Richtlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche Personen im Raum der Kirchen im Bereich der Bischofskonferenz

Papst-Richtlinien

Seit Ende Januar 2010 wird durch die bekannt gewordenen Fälle sexuellen Missbrauchs am Canisius-Kolleg in Berlin eine öffentliche Debatte zu diesem Thema geführt.

Die Deutsche Bischofskonferenz hat bereits 2002 Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz verabschiedet.
Diese Leitlinien sind nach wie vor von hoher Aktualität und bilden die Grundlage des Handelns der Deutschen Bischofskonferenz.

Hier finden Sie die Richtlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche und sonstiger Personen im Raum der Kirchen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz

Leitlinien zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche (mit Erläuterungen, 27.09.2002)

Mehrfach hat sich seit Ende Januar 2010 auch der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, P. Dr. Hans Langendörfer SJ, zu den Vorfällen in der Öffentlichkeit geäußert.

Hier dokumentieren wir zwei Interviews des Sekretärs:

Frankfurter Rundschau vom 6. Februar 2010 ( pdf-Datei, 24 kB)
Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 5. Februar 2010 ( jpg-Datei, 1281 kB)

Auch hier finden Sie den genauen Text dieser Richtlinien, die bis zum Papst Besuch in den USA nur Insidern bekannt waren.

Zum Vorgehen bei sexuellem Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz

Leitlinien mit Erläuterungen

Einführung

Der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen wird zunehmend in unserer gesamten Gesellschaft und auch in der Kirche offenkundig. Er zeigt eine tiefgehende Krise an und ist für die Kirche eine Herausforderung zu einer Reinigung aus dem Geist des Evangeliums. Daher sehen wir Bischöfe uns in die Verantwortung gerufen.

Auch in Deutschland gibt es sexuellen Missbrauch Minderjähriger durch Geistliche. Diese Vergehen haben einen zerstörerischen Charakter gegenüber Kindern und Jugendlichen. Sie verletzen deren Würde und Integrität tief. Die Opfer werden in ihrer Entwicklung schwer geschädigt, bei ihnen und bei ihren Angehörigen wird großes Leid ausgelöst. Wenn ein Geistlicher sich an einem Kind oder Jugendlichen vergeht, verdunkelt er auch die christliche Botschaft und die Glaubwürdigkeit der Kirche und fügt der kirchlichen Gemeinschaft schweren Schaden zu. Sexueller Missbrauch Minderjähriger ist darum nicht nur nach staatlichem Recht, sondern auch in der kirchlichen Rechtsordnung eine Straftat.

Sexueller Missbrauch Minderjähriger kann unterschiedliche Ursachen haben. Nicht jeder Fall ist auf eine pädophile oder ephebophile Neigung zurückzuführen. Eine Diagnose muss in jedem Fall differenziert erfolgen. Aus fehlenden Kenntnissen über die näheren Zusammenhänge sexuellen Missbrauchs Minderjähriger wurde häufig unangemessen reagiert. Im Blick auf die Opfer bedauern wir dies zutiefst. Heute steht fest, dass Pädophilie eine sexuelle Störung ist, die von der Neigung her strukturell nicht abänderbar ist und ephebophile Neigung als nur zum Teil veränderbar gilt. Die neuen Erkenntnisse helfen für die Zukunft, aber sie können die Vergangenheit nicht ungeschehen machen. Es ist uns Bischöfen als Verantwortliche für unsere Diözesen ein Anliegen, alles zu tun, um dem sexuellen Missbrauch Minderjähriger stärker entgegen zu wirken und Wiederholungstaten zu verhindern. Wir stellen zugleich fest, dass die allermeisten Geistlichen vorbildlich ihren Dienst verrichten.

Die folgenden Leitlinien, die von der Deutschen Bischofskonferenz in der Herbst-Vollversammlung 2002 verabschiedet worden sind, sollen eine einheitliche Vorgehensweise gewährleisten und in diözesaner Zuständigkeit umgesetzt werden.

Leitlinien

I. Zuständigkeit

1. Der Diözesanbischof beauftragt eine Person, die den Vorwurf sexuellen Missbrauchs Minderjähriger prüft.

Wer von sexuellem Missbrauch Kenntnis erhält, soll sich an die beauftragte Person wenden. Alle kirchlichen Mitarbeiter sind verpflichtet, Fälle, die ihnen zur Kenntnis gebracht werden, weiterzuleiten. Der Beauftragte recherchiert den Sachverhalt und ist Kontaktperson für die staatlichen Strafverfolgungsbehörden.

Ihm kann der Diözesanbischof einen Arbeitsstab aus Psychologen, Psychotherapeuten, Ärzten, Juristen, Theologen, Geistlichen und Laien, Männern und Frauen zur Seite stellen. Diözesanbischöfe können auch einen überdiözesanen Arbeitsstab einrichten.

Die Zuständigkeit für die Prüfung von Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger durch Ordensleute, die unter Gestellung in bischöflichem Auftrag tätig sind, liegt - unbeschadet der Verantwortung der Ordensoberen - bei der Diözese. In anderen Fällen bieten die Diözesen dem Ordensoberen Unterstützung an.

2. Über die Zuständigkeit wird öffentlich informiert.

Der Beauftragte wird im Amtsblatt der Diözese bekannt gemacht und die Öffentlichkeit darüber in Kenntnis gesetzt.

II. Prüfung und Beurteilung

3. Jede Anzeige oder Verdachtsäußerung wird umgehend geprüft.

Unmittelbar nach Kenntnisnahme eines Verdachts oder eines Vergehens leitet der Beauftragte die Prüfung ein.

Er führt mit dem Verdächtigten ein Gespräch, zu dem er einen Juristen hinzuzieht. Über das Gespräch wird ein Protokoll angefertigt, das von den Beteiligten zu unterzeichnen ist. Mit dem (mutmaßlichen) Opfer bzw. seinen Erziehungsberechtigten wird umgehend Kontakt aufgenommen. Aufgrund der protokollierten Tatbestände wird beurteilt und festgestellt, wie den Betroffenen am besten zu helfen ist und weiter vorgegangen werden muss.

Die Fürsorge der Kirche gilt zuerst dem Opfer. Dem Schutz des Opfers vor weiterem Missbrauch oder öffentlicher Preisgabe von Informationen wird besondere Sorgfalt gewidmet. Auch dem Verdächtigten gegenüber bleibt die Pflicht zur Fürsorge. Er steht bis zum Erweis des Gegenteils unter Unschuldsvermutung. Erweist sich der Verdacht als unbegründet, werden die notwendigen Schritte unternommen, den guten Ruf der Person wiederherzustellen.

4. Der Diözesanbischof wird sofort unterrichtet.

Die Verantwortung des Diözesanbischofs bleibt - unbeschadet der Einsetzung des Beauftragten - bestehen. Er wird unverzüglich nach Kenntnisnahme eines Verdachts oder eines Vergehens informiert.

III. Kirchliche Voruntersuchung

5. Bei Erhärtung des Verdachts wird eine kirchenrechtliche Voruntersuchung eingeleitet.

Erhärtet sich der Verdacht, wird eine kirchenrechtliche Voruntersuchung gemäß c. 1717 CIC eingeleitet. Diese wird von einer geeigneten Person, die der Bischof bestimmt, durchgeführt. Je nach Sachlage wird entschieden, ob der Verdächtigte für die Dauer der Voruntersuchung von seinem Dienst freigestellt werden und sich von seinem Dienstort entfernt halten muss.

Zur kirchlichen Voruntersuchung sollen Fachleute aus den im I, 1. genannten Stab hinzugezogen und je nach den Bedingungen des Einzelfalls beteiligt werden.

6. Bestätigt die Voruntersuchung den Verdacht sexuellen Missbrauchs, wird der Apostolische Stuhl befasst.

Gemäß dem Motuproprio über den Schutz der Heiligkeit der Sakramente (Sacramentorum sanctitatis tutela) vom 30.4.2001 wird der Diözesanbischof nach Abschluss der Voruntersuchung diesen Fall dem Apostolischen Stuhl zuleiten.

IV. Zusammenarbeit mit den staatlichen Strafverfolgungsbehörden

7. In erwiesenen Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger wird dem Verdächtigten zur Selbstanzeige geraten und ggf. das Gespräch mit der Staatsanwaltschaft gesucht (vgl. I, 1).

In erwiesenen Fällen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger wird dem Verdächtigten - falls nicht bereits eine Anzeige vorliegt oder Verjährung eingetreten ist - zur Selbstanzeige geraten und je nach Sachlage die Staatsanwaltschaft informiert. Kontaktperson für die staatlichen Strafverfolgungsbehörden ist der vom Bischof Beauftragte (vgl. Leitlinie I, 1). Wenn die Staatsanwaltschaft bereits aufgrund einer Anzeige recherchiert, wird mit ihr Verbindung aufgenommen.

V. Hilfen für Opfer und Täter

8. Dem Opfer und seinen Angehörigen werden menschliche, therapeutische und pastorale Hilfen angeboten.

Der Beauftragte des Bischofs wird in einem persönlichen Gespräch mit dem Opfer und seinen Angehörigen auch im Namen des Bischofs tiefes Bedauern zum Ausdruck bringen. In seinen weiteren Bemühungen wird er von fachlich ausgewiesenen Personen aus den Bereichen der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie der Psychagogik unterstützt. Die Hilfsangebote sind individuell verschieden, je nachdem, ob es sich um Kinder und Jugendliche oder um Erwachsene handelt, deren sexueller Missbrauch schon Jahre zurückliegt. Die Maßnahmen beziehen je nach Einzelfall auch die Familienangehörigen der Opfer (Eltern, Geschwister) mit ein. Finanzielle Unterstützung therapeutischer Maßnahmen ist im Einzelfall möglich.

9. Der Täter hat sich einer therapeutischen Behandlung zu unterziehen.

Nach dem heutigen Stand der Wissenschaft erweist sich Pädophilie als von der Neigung her strukturell nicht abänderbar und Ephebophilie als nur zum Teil veränderbare sexuelle Störung. Unbeschadet dieser Erkenntnis trägt eine differenzierte diagnostische Abklärung und fachkundige Therapie dazu bei, Wiederholungsfälle zu verhindern und dem Täter ein Leben ohne Ausübung seiner sexuellen Störung zu ermöglichen. Eine Therapie wird in jedem Fall verlangt.

10. Die Menschen im Umfeld werden bei der Verarbeitung der Situation unterstützt.

Im Umfeld von Täter und Opfer werden Maßnahmen zur Überwindung von Irritationen, Sprachlosigkeit und Trauer getroffen. Im Einzelfall wird, wenn nötig, ein Netzwerk angeboten, das einer Isolation des Opfers und seiner Familie entgegenwirkt.

VI. Kirchliche Strafmaßnahmen

11. Bei erwiesenem Vergehen wird der Täter mit einer Kirchenstrafe belegt.

Unabhängig von der zivilrechtlichen Verfolgung und Ahndung werden kirchenrechtliche Strafmaßnahmen eingeleitet. Es können Sühnestrafen, die den Täter auf Dauer oder für eine bestimmte Zeit treffen, verhängt werden. Der genaue Umfang wird in einem Strafurteil durch das kirchliche Gericht oder ein Strafdekret, das die Glaubenskongregation bzw. der Diözesanbischof erlassen, festgelegt. In Einzelfällen wird eine Entlassung aus dem Klerikerstand notwendig sein.

12. Nach Verbüßung seiner Strafe werden dem Täter keine Aufgaben mehr übertragen, die ihn in Verbindung mit Kindern und Jugendlichen bringen.

Geistliche, die sich des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger schuldig gemacht haben, werden nach Verbüßung ihrer Strafe nicht mehr in Bereichen eingesetzt, die sie mit Kindern und Jugendlichen in Verbindung bringen.

Es besteht eine dauerhafte Verpflichtung für den Täter, mit dem Beauftragten in der Diözese im Gespräch zu bleiben. Außerdem sind flankierende Maßnahmen für seine weitere Lebensführung und Beschäftigung zu vereinbaren. Dazu gehört ständige Begleitung (geistliche Begleitung, therapeutische Begleitung, Einbindung in ein Netzwerk).

VII. Öffentlichkeit

13. Eine angemessene Information der Öffentlichkeit wird gewährleistet.

Die entsprechende Information der Öffentlichkeit wird durch eine speziell mit dieser Aufgabe betraute Person durchgeführt.

Um zusätzlichen Schaden für die Opfer oder eine ungerechtfertigte Diskriminierung der Täter zu vermeiden, wird die Öffentlichkeitsarbeit sich um eine Ausbalancierung zwischen notwendiger Transparenz und dem Persönlichkeitsschutz bemühen.

VIII. Prävention

14. Die präventiven Maßnahmen in der Aus- und Fortbildung von Geistlichen werden verstärkt.

Die Aus- und Fortbildung der Geistlichen thematisiert im Rahmen der allgemeinen Persönlichkeitsbildung die Auseinandersetzung mit Fragen und Problemen der Sexualität, vermittelt Kenntnisse über Anzeichen sexuellen Fehlverhaltens und gibt Hilfen für den Umgang mit der eigenen Sexualität.

Auch unterhalb der Schwelle strafrechtlicher Handlungen kann es Verhaltensweisen im pastoralen oder erzieherischen Umgang mit Kindern und Jugendlichen geben (z. B. Distanzlosigkeit oder vertrauliche Berührungen), die zu meiden sind. Wenn im Einzelfall Anlass zu der Sorge besteht, dass ein Verhalten auf pädophile Neigung hinweist, wird eine diagnostische Abklärung durchgeführt.

Die für die Aus- und Fortbildung Verantwortlichen werden auf Personen zugehen, die ein auffälliges Verhalten zeigen, um persönliche Schwierigkeiten in einem frühen Stadium thematisieren und Hilfen zur Bewältigung einleiten zu können.

15. Versetzungen erfordern eine umfängliche Information.

Für den Fall einer Versetzung (unbeschadet Leitlinie 12) oder bei Verlegung des Wohnsitzes von Geistlichen, die sich des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger schuldig gemacht haben, wird der neue Dienstgeber oder kirchliche Obere, in dessen Bereich er sich künftig aufhält, über die besondere Problematik in Kenntnis gesetzt.

IX. Entsprechendes Vorgehen bei anderen kirchlichen Mitarbeitern

16. Bei Missbrauch durch andere Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im kirchlichen Dienst wird entsprechend vorgegangen.

Gegen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im haupt- und nebenamtlichen kirchlichen Dienst, die sich sexuellen Missbrauchs Minderjähriger schuldig machen, wird im Einklang mit den jeweiligen arbeitsrechtlichen Regelungen entsprechend vorgegangen.

Personen, die sich sexuellen Missbrauchs Minderjähriger schuldig machen oder gemacht haben, werden auch in der ehrenamtlichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in Pfarrgemeinden oder kirchlichen Verbänden nicht geduldet.

Fulda, den 26. September 2002

Diese Richtlinien müssen jetzt von allen Ortbischöfen in Deutschland und der Welt strikt umgesetzt werden, damit es nicht zu weiteren Fällen von sexuellem Missbrauch und Kindesmisshandlung durch Priester und Würdenträger der katholischen Kirche kommt. Jetzt liegt es aber auch an jedem einzelnen Bischof in Deutschland genauso entschlossen zu handeln.

Betroffene Opfer können sich auch einmal diese Seiten anschauen:

Bürger Beobachten Kirchen e.V.

http://www.buerger-beobachten-kirchen.de/sexualverbrechen/index.html

Domradio Köln: Bundesregierung fordert lückenlose Aufklärung von sexuellem Mißbrauch durch Runden Tisch

"Ein guter Weg" | domradio.de - Katholische Nachrichten

Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat von der katholischen Kirche eine lückenlose Aufklärung im Missbrauchsskandal gefordert.

Die Bundesjustizministerin fordert einen Runden Tisch. Nach Angaben des „Spiegels“ wurden in den vergangenen Tagen weitere Fälle von sexuellem Missbrauch bekannt.

Die Bundesjustizministerin erwarte von der gesamten katholischen Kirche „konkrete Festlegungen“, welche Maßnahmen sie dafür ergreifen wolle, sagte die Ministerin dem Hamburger Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ (Samstag).

Die FDP-Politikerin schlug Ombudsleute und einen Runden Tisch aus Staats-, Kirchen- und Opfervertretern vor.

Ein solches Gremium sei „ein guter Weg, um die zahlreichen Missbrauchsfälle aufzuklären und der katholischen Kirche Gelegenheit zu bieten, mit den Opfern über freiwillige Entschädigungen ins Gespräch zu kommen“.

Gleichzeitig kritisierte die FDP-Justizministerin den Augsburger Bischof Walter Mixa. Es sei „wenig hilfreich, wenn sich einige Verantwortliche wie Bischof Mixa hinter polemischen Ausflüchten verstecken, statt zur Sachaufklärung beizutragen“, sagte die Ministerin.

Der Augsburger Bischof hatte die „sexuelle Revolution“ für die weite Verbreitung des Kindesmissbrauchs in der Gesellschaft mitverantwortlich gemacht.

Neue Fälle bekannt
Nach Angaben des „Spiegels“ wurden in den vergangenen Tagen weitere Fälle von sexuellem Missbrauch bekannt, die sich vor 30 bis 50 Jahren in katholischen Einrichtungen ereigneten. Davon seien mindestens sechs Einrichtungen betroffen.

Darunter sind laut „Spiegel“ zwei ehemalige Heime der Salesianer Don Boscos in Augsburg und Berlin, wo drei Geistliche und ein Mitarbeiter Minderjährige missbraucht haben sollen. Ferner nennt der „Spiegel“ ein ehemaliges Kinderheim der Vinzentinerinnen im oberschwäbischen Oggelsbeuren sowie das Maristen-Internat im bayerischen Mindelheim und das frühere Franziskaner-Internat in Großkrotzenburg bei Hanau.

Weitere Fälle sind aber auch aus NRW und dem Raum Köln und Bonn bekannt geworden.

So gebe ich Missbrauchsvorwürfe auch gegen frühere Mitarbeiter des Franz-Sales-Hauses in Essen, einer renommierten Behinderten-Einrichtung.

Außerdem berichtete die „Frankfurter Rundschau“ (Samstag) unter Berufung auf ein anonymes Opfer von sexuellen Übergriffen im Internat der Franziskaner-Minoriten, Sankt-Ludwig-Kolleg in Bonn, in den 70er Jahren und im Raum in Köln.

Nach geltendem Strafrecht sind die meisten dieser Fälle verjährt.

Die Verjährung tritt bei minderschweren Missbrauchsfällen dann ein, wenn das Opfer sein 28. Lebensjahr vollendet hat.