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Montag, 21. Februar 2011

Endlich Einigung bei der Hartz IV-Reform - FDP-Bundestagsfraktion -


Birgit Homburger

Berlin, 21. Februar 2011

Regierung und Opposition haben sich heute Nacht auf einen Kompromiss zur Hartz IV-Reform verständigt.

Der Regelsatz wird in zwei Schritten angehoben:

Rückwirkend zum 1. Januar des Jahres auf 364 Euro und dann Anfang 2012 um weitere drei Euro plus einem Inflationsausgleich.

FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger erklärte, dass die Koalition einen Schritt auf die Opposition zugegangen sei.

Eine Einigung gab es auch beim Bildungspaket für Kinder und dem Thema Mindestlöhne.

So können jetzt auch rund 2,5 Millionen Kinder aus Hartz IV-Familien Zuschüsse zum Schulessen und für Nachhilfe erhalten.

Zur Finanzierung des Bildungspaketes durch die Kommunen übernimmt der Bund als Ausgleich schrittweise die Grundsicherung im Alter.

Ab 2014 trägt der Bund hierfür dann die vollen Kosten, die aktuell mit 3,5 Milliarden Euro zu Buche schlagen.

Auch soll es für rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer einen Mindestlohn geben.

Für die 900.000 Leih- und Zeitarbeiter darunter gilt ab 1. Mai 2011 eine Lohnuntergrenze - unabhängig davon, ob sie "verliehen" oder sich im verleihfreiem Wartestand befinden.

Die Hartz IV-Reform soll noch in dieser Woche in Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden.

Das Bundesverfassungsgericht hatte Anfang Februar vergangenen Jahres eine Neuberechnung des Arbeitslosengeldes II verlangt.

Samstag, 29. Januar 2011

Birgit Homburger: "Dauerhafte Stabilität des Euros statt Zukleistern der Probleme" FDP-Bundestagsfraktion -

Birgit Homberger: Dauerhafte Stabilität des Euros statt Zukleistern der Probleme - FDP-Bundestagsfraktion -

Birgit HomburgerBirgit Homburger In einem Gastbeitrag für die Nachrichtenagentur Reuters hat die Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion Birgit Homburger davor gewarnt, der Euro-Krise allein „mit dem schlichten Ruf nach Geld und noch mehr Geld“ zu begegnen. Grundlage für dauerhafte Stabilität sei vielmehr ein effizienter Stabilitäts- und Wachstumspakt. Ein „Zukleistern der Probleme in Europa“ müsse verhindert werden, schreibt die Liberale.

Gastbeitrag von Birgit Homburger für Reuters:


„Europa ist keine Selbstverständlichkeit. Der Weg zum vereinigten Europa, wie wir es heute kennen und schätzen, war ein langer Weg. Für uns Deutsche begann er mit der Westintegration nach dem zweiten Weltkrieg, später mit der „neuen Ostpolitik“, den Ostverträgen, der KSZE, den Zwei-plus-Vier-Verträgen, der Wiedervereinigung und dem Vertrag von Maastricht, dem Gründungsvertrag der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. Wir Liberale sind stolz darauf, dass wir alle diese Entscheidungen möglich gemacht haben. Die FDP muss ihre Verantwortung für Europa nicht unter Beweis stellen. Unsere Taten sprechen für sich.


Die FDP steht fest zur europäischen Integration. Deshalb setzen wir uns in der Euro-Krise für eine dauerhafte Stabilität Europas und nicht das Zukleistern der Probleme ein. Wir ringen in der Koalition und bei den Verhandlungen in Brüssel um die besten Lösungen für Europa. Populismus hat in der Debatte um die Stabilität des Euro nichts zu suchen. Populistisch war jedoch das Verhalten von SPD und Grünen, als sie 2010 nicht für den Euro-Rettungsfonds gestimmt haben. Sie haben Europa ihre Solidarität verweigert, obwohl beide Parteien eine drückende Verantwortung für die Krise tragen. Die Aufweichung des Stabilitätspaktes unter Kanzler Schröder und Außenminister Fischer war der Grundstein für Überschuldung und die Duldung unsolider Haushaltspolitik. Für Rot-Grün war es ein opportuner Weg. Für Europa war es ein Bärendienst.


Heute steht die Frage im Raum: Was hält Europa auf Dauer zusammen? Für uns Liberale ist die endgültige Überwindung der Euro-Krise ein Schlüssel zu Stabilität, Frieden und Wohlstand in Europa. Das Schicksal des Euro ist auch das Schicksal Europas. Deswegen suchen wir nach Lösungen, die die Probleme der Eurozone an der Wurzel anpacken. Unsere Forderung nach ehrlichen und harten Reformen in den Mitgliedsstaaten machen uns natürlich in Europa nicht populär, aber nur sie garantieren eine wirklich solide Wirtschafts- und Finanzpolitik in ganz Europa. Stabilität wird nur entstehen können, wenn jeder Einzelstaat seiner stabilitätspolitischen Verantwortung gerecht wird. Europa ist eine Schicksalsgemeinschaft, aber auch eine Verantwortungsgemeinschaft.


Es sind nicht diejenigen die besseren Europäer, die glauben mit Euro-Bonds oder einer EU-Steuer eine schnelle Lösung zu haben. Die Ursachen für die Probleme in Griechenland oder Irland werden nicht beseitigt, nur weil die EU, weil Deutschland, weil Frankreich, weil Österreich, weil Finnland, weil Luxemburg oder weil die Niederlande dort mit Garantien oder Krediten zur Verfügung stehen. Das verschleppt die Krise, löst sie aber nicht.

Wir wollen das Zukleistern der Probleme in Europa mit dem schlichten Ruf nach Geld und noch mehr Geld verhindern. Verpassen wir die Chance auf ein stabiles Fundament für den Euro, werden die Probleme periodisch immer wieder auftauchen. Sie werden wachsen und am Ende werden sie auch die Länder mit dem höchsten Bonitätsrating AAA überfordern. Europa wäre in Gefahr.

Damit Europa dauerhaft stabil bleibt müssen wir Reformen jetzt auf den Weg bringen. Der übermäßigen Staatsverschuldung und der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit muss entschieden begegnet werden. Grundlage für Stabilität kann nur ein effizienter Stabilitäts- und Wachstumspakt sein. Außerdem brauchen wir einen dauerhaft tragfähigen europäischen Stabilisierungsmechanismus. Eine Schuldenbremse nach deutschem Vorbild, feste Vorgaben für den Schuldenabbau sowie klare Sanktionen für Staaten, die die verschärften Vorgaben nicht erfüllen, sind wichtige Maßnahmen für mehr Stabilität. Darüber hinaus braucht Europa eine bessere Überwachung und Koordinierung der Wirtschafts- und Finanzpolitik, sowie Regeln für die Umschuldung von Euro-Staaten. Die Risiken privater Gläubiger können nicht dauerhaft von der Staatengemeinschaft und letztlich dem Steuerzahler aufgefangen werden.

Diese Reformen gehen nicht mit der Brechstange. Wir müssen unsere Partner in Verhandlungen und auf diplomatischem Wege vom richtigen Kurs für Europa überzeugen. Wir brauchen Mehrheiten in Europa, diese müssen wir uns Stück für Stück erarbeiten. Wir werden es uns nicht leicht machen und die Probleme vertagen. Die FDP ist als Europapartei nie den Weg des geringsten Widerstands gegangen. Das wird auch in Zukunft so bleiben.“

Mittwoch, 26. Januar 2011

Berlin: Bundeswehr-Missstände müssen aufgeklärt werden - FDP-Bundestagsfraktion


Bundeswehr-Soldat


Posted by Germany`s FDP-Bundestagsfraktion


Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat am Mittwoch in einer Aktuellen Stunde eine umfassende Aufarbeitung der aktuellen Missstände in der Bundeswehr zugesichert. FDP-Sicherheitsexpertin Elke Hoff signalisierte dem Minister Rückendeckung. Sie warnte davor, das Bild der Bundeswehr wegen Einzelfällen in ein schlechtes Licht zu rücken. FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger sieht den Minister vor einer Bewährungsprobe.

Das Unglück auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“, geöffnete und verschwundene Feldpost und ein Schießunfall in Afghanistan sorgen derzeit für Diskussionen. Am Dienstag stellte der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus (FDP) den: 

vor.


Elke Hoff

Elke Hoff
Die sicherheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion, Elke Hoff, kritisierte in der Aktuellen Stunde des Bundestages, dass die Opposition die Vorfälle dazu nutze, einen Skandal zu inszenieren. Die Bundeswehr werde in ein Licht gerückt, "dass ihr in keinster Weise entspricht". Bei den Vorfällen handle es sich um Einzelfälle, die aufgeklärt werden müssen. Deswegen müsse es die Möglichkeit geben, in der erforderlichen Zeit sauber und seriös zu ermitteln. Die Liberale dankte dem Minister, der eine umfassende und zeitnahe Aufklärung zugesichert hatte.

In der Aufarbeitung der Vorfälle sieht FDP-Fraktionschefin Birgit Homburger eine Bewährungsprobe für zu Guttenberg. "Ich glaube, dass die aktuelle Situation dem Verteidigungsminister die Möglichkeit eröffnet, zu zeigen, dass er mit solchen schwierigen Herausforderungen, denen er jetzt gegenübersteht, auch umgehen kann", sagte die Liberale am Mittwoch in Berlin.

Christoph Schnurr, Mitglied der FDP-Fraktion im Verteidigungsausschuss, hob die viel gelobte Arbeit von Hellmut Königshaus (FDP) hervor. Dies zeige, wie wichtig die Institution des Wehrbeauftragten für die Soldaten sei, um Missstände anzusprechen.

Bundeswehr muss sich der heutigen Lebenswirklichkeit anpassen

In der „Leipziger Volkszeitung“ hatte Hoff zuvor gesagt, sie wünsche sich im Zuge der Aufarbeitung, „dass sich die Bundeswehr in Geist und Strukturen der Truppenführung der heutigen Lebenswirklichkeit anpasst“. Es gebe „zu viele überlebte Strukturen“, die „noch von der älteren Generation geprägt“ seien und mit denen die Jugend vielleicht nicht mehr sehr viel anfangen könne. Die Bundeswehr müsse besonders nach der Aussetzung der Wehrpflicht lernen, „sich an die Nachfrage anzupassen“.

Das Parlament künftig schneller informieren

Die FDP-Politikerin unterstrich dabei die Rolle des Wehrbeauftragten: Es gehöre „zwingend auch zur attraktiven Außendarstellung der Bundeswehr, dass das Parlament in die Truppe hinein mit dem Amt des Wehrbeauftragten eine unabhängige Kontroll-Autorität an seiner Seite hat“.

Im Falle der Vorkommnisse auf der „Gorch Fock“ verteidigte Hoff das Vorgehen von zu Guttenberg. Dass der Verteidigungsminister den Kommandanten des Schiffes, Norbert Schatz, bereits vor Beendigung der Ermittlungen suspendiert hat, sei als reine Vorsichtsmaßnahme zum Schutz der Privatsphäre des Kapitäns zu verstehen. Der öffentliche Eindruck, Schatz sei geschasst worden, sei eine „schlimme Kommunikationspanne des Ministeriums“, sagte sie: in der n-tv-Sendung „Das Duell“. 

Zu Guttenberg habe zugesichert, sein Haus umorganisieren zu wollen, so dass künftig „eine schnellere Information des Parlamentes gewährleistet ist“, sagte Hoff im „Südwestrundfunk“. „Ich gehe davon aus, dass er kein Interesse daran hat, noch einmal so eine Panne zu erleben.“


Viele Konsenspunkte bei Hartz IV-Beratungen - FDP-Bundestagsfraktion -

Viele Konsenspunkte bei Hartz IV-Beratungen - FDP-Bundestagsfraktion

Mädchen mit Schulbuch


Posted by Germany`s FDP-Bundestagsfraktion

Die FDP-Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger und der sozialpolitische Sprecher der Fraktion, Heinrich Kolb, haben vor Pressevertretern von Konsenspunkten in den Hartz IV-Beratungen berichtet. Insbesondere im Bildungsbereich gebe es Schnittmengen. So soll die komplette Trägerschaft für das Bildungsangebot in die kommunale Ebene gegeben werden, da dort Sachnähe und Kompetenz vorhanden seien.

Die Fraktionsvorsitzende Birgit Homburger machte deutlich, dass man bei der Frage der Finanzierung noch „Klippen aus dem Weg räumen“ müsse. So müssten Kosten für die Kommunen erstattet werden. Dabei gebe es zwei mögliche Wege: Der eine beinhalte eine höhere Erstattungssumme, bei dem anderen würde der Ausgleich über die Regelung der Verwaltungszusammenarbeit gemäß Paragraph 91 des Grundgesetzes erfolgen. Die bestehende Formulierung würde das möglich machen, so der FDP-Verhandlungsführer Kolb.

Insgesamt müsste die Opposition bei allen Konsenspunkte, die auf dem Tisch lägen, „gute Gründe liefern“, um den Kompromiss scheitern zu lassen, so die Fraktionsvorsitzende.

Wenig Verhandlungsspielraum bei Hartz IV-Regelsätzen

Weniger Verhandlungsspielraum sieht Kolb bei den Hartz IV-Regelsätzen. Hier müsste die SPD von ihren maximalen Forderungen abrücken. Der FDP-Verhandlungsführer erinnerte daran, dass das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil explizit betonte hatte, dass die Regelsätze „nicht existent unzureichend“ gewesen seien, sondern vielmehr Transparenz bei der Berechnung eingefordert hatte.

Heinrich Kolb

Heinrich Kolb
Kolb berichtete, dass Einigung darüber bestehe, dass eine Lohnuntergrenze im Bereich der Zeitarbeit eingeführt werde. Die Liberalen seien auch bereit, eine Regelung für die verleihfreie Zeit zu treffen. Diese Lohnuntergrenzen seien jedoch „qualitativ“ kein Mindestlohn. Im Vordergrund stehe für die Liberalen mit Blick auf die ab dem 1. Mai 2011 geltende EU-weite Arbeitnehmerfreizügigkeit der Grundsatz des „equal pay“. Dieser gewährleiste, dass auch Arbeiter aus ausländischen Zeitarbeitsunternehmen so bezahlt werden müssen wie vergleichbare Arbeitskräfte im entleihenden Betrieb.

Es reiche nicht aus, wenn man einen Mindestlohn für die Zeitarbeitsbranche in das Entsendegesetz aufnehme, da für unterschiedliche Branchen unterschiedliche Löhne gelten. Ein Mindestlohn für die Zeitarbeit würde also andere Mindestlöhne unterlaufen. Mit „equal pay“ jedoch müsste ein Lohn gezahlt werden, der in dem entleihenden Unternehmen für die betreffende Tätigkeit üblicherweise gezahlt wird.

In 98 Prozent der Zeitarbeitsunternehmen wird die Entlohnung der Arbeitnehmer tarifvertraglich geregelt

Kolb machte deutlich, dass in nahezu 98 Prozent der Zeitarbeitsunternehmen die Entlohnung der Arbeitnehmer tarifvertraglich geregelt sei. Daher wolle man die Möglichkeit im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, per Tarifvertrag vom Grundsatz des „equal pay“ abzuweichen, zeitlich begrenzen. Zu Beginn eines Entleihverhältnisses, also in der Einarbeitungszeit, und für eine befristete Zeit danach, sei es sinnvoll, eine gewisse Flexibilität bei der Entlohnung zuzulassen. Danach wolle man jedoch die Angleichung der Entlohnung an die Stammbelegschaft.

Unterschiedliche Ansätze gibt es jedoch zwischen FDP und Union und Opposition, wie lang diese Frist sein soll. Kolb sprach sich für eine Frist von neun Monaten aus. Dabei sei es wichtig, die Zeitarbeitsbranche so attraktiv zu gestalten, so dass für Menschen mit geringerer Qualifikation, die oft über die Zeitarbeit eine Möglichkeit im ersten Arbeitsmarkt erhalten, die Chance auf einen Arbeitsplatz erhalten bleibt.